Schulen sollen im Rahmen ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit darauf achten, dass die individuellen Lernmöglichkeiten, Begabungen und Neigungen ihrer Schülerinnen und Schüler durch innerschulische Angebote oder solche im schulischen Umfeld unterstützt werden.

Die Luisenschule fördert ihre Schülerinnen und Schüler nicht nur im Regelunterricht, sondern macht darüber hinaus spezielle Förderangebote zur optimalen Unterstützung des Lernprozesses, die sich an minder- wie hochleistende/ begabte Schülerinnen und Schüler gleichermaßen richtet.

Schulwerk - Förderung in den Hauptfächern (Jgst. 5/6)

Das Schulwerk ist ein fakultatives Förder-Projekt, welches sich speziell an Schülerinnen und Schüler der Erprobungsstufe richtet. Es bietet erste Hilfe bei gravierenderen Schwierigkeiten in einem der Hauptfächer und bezieht sich hauptsächlich auf die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch.
 
In dieser wöchentlichen Förderstunde (im Anschluss an die 4. Stunde) unterstützen Fachkoordinatoren die Kinder darin, die Grundlagen in einem der Hauptfächer zu festigen. Es handelt sich nicht um „Nachhilfe“, aber die Arbeit in Kleingruppen bietet Möglichkeiten für individuellere Fragen und Hilfestellungen. Häufig kommen hier Onlinediagnosen und ein speziell für die jeweilige Problemlage zusammengestelltes Material zum Einsatz.

Je nach personellen Möglichkeiten der Luisenschule wird diese Förderstunde für die Klasse 6, manchmal aber auch schon für die Klasse 5 angeboten. Es können unter Umständen auch weitere Fächer (wie z. B. Französisch oder Latein) abgedeckt werden.

Die Fachlehrerinnen und -lehrer der Hauptfächer laden die Kinder zu einer Teilnahme an der Förderstunde ein und informieren die Eltern rechtzeitig vor Beginn des Schulwerks durch einen Elternbrief. Die Teilnahme am Schulwerk ist jedoch selbstverständlich freiwillig.

ITG (Informationstechnische Grundbildung) - Förderung im Umgang mit IT (Jgst. 6)

Lösungen und Konzepte der Informationstechnik (IT) haben längst alle Bereiche des modernen Lebens erreicht und sind häufig nicht mehr oder nur sehr schwer zu ersetzen. Mit dem Fach ITG (Informationstechnische Grundbildung) werden allen Schülerinnen und Schülern der Klasse 6 Grundkenntnisse im Umgang mit dem Werkzeug Computer vermittelt.

Der ITG-Unterricht findet in der 6. Jahrgangsstufe ganzjährig mit einer Unterrichtsstunde pro Woche statt und wird von Informatiklehrerinnen und -lehrern unterrichtet.

Ziele

Versucht man die Frage "Wo(rin) stecken heutzutage keine Lösungen der IT?" zu erörtern, dann wird schnell klar, dass diese Frage nicht einfach beantwortet werden kann. IT-Lösungen haben in der Realität einen hohen Stellenwert und durchdringen nahezu alle Lebensbereiche.

Der Erwerb sog. prozessbezogener Kompetenzen wie z.B. der konstruktive Umgang mit Hardware-Lösungen (Graphischer Taschenrechner, Computer, Smartphone...) und Software-Werkzeugen (z.B. Standardanwendungen, Dateiverwaltungen, Browsern...) ist heutzutage fächerübergreifend relevant.

Um dem Rechnung zu tragen, sollten Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit IT-Lösungen in Berührung kommen und der Umgang mit diesen geschult werden.

Im Fach ITG werden die Luisen-Schülerinnen und -Schüler in die Grundlagen der Informatik (Was bedeutet Informatik? Was ist das EVA-Prinzip?, Wie rechnet ein Rechner?), den sinnvollen und nutzbringenden Einsatz von Dateiverwaltungen, die Anwendung von Tabellenkalkulationen (z.B. Microsoft Excel, LibreOffice-Calc) und dynamischer Geometrie-Software (z.B. Geogebra) sowie der einfachen Programmierung von Rechnern (z.B. mit Scratch) eingeführt.

Durchführung

1. Halbjahr:

  • Einstieg ins Fach ITG über heranführende Fragestellungen: Was bedeutet Informatik? Womit beschäftigt sich Informatik?
  • EVA-Prinzip: Erarbeitung des EVA-Prinzips in Bezug auf die Realität und auf den Rechner? Welche Komponenten eines Rechners gehören zur Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe?
  • Dateien, Ordner und Verzeichnisstruktur: Ordnung schaffen im Informationschaos mit Hilfe von Dateien und Ordnern
  • Dual-/ Binärsystem: Kodierungsprinzip, Binärzahlen und Stellenwertsystem, einfache Umrechnungen
  • Einstieg in die Programmierung mit Scratch

2. Halbjahr:

  • Phase I: Block Tabellenkalkulation, in dem die wichtigsten Grundlagen von den Schülerinnen und Schülern kennengelernt und vertieft werden; den Abschluss dieses Blockes bildet die Erstellung der Bedienungsanleitung zu diesem Programm anhand der begleitend in diesem Block erstellten Logbucheinträge
  • Phase II: Block dynamische Geometrie-Software, in dem die Schülerinnen und Schüler sich die wichtigsten Grundlagen des Programms anhand einer Check-Liste selbstständig aneignen; auch hier bildet den Abschluss dieses Blockes die Erstellung einer individuellen Bedienungsanleitung zu diesem Programm anhand der begleitend in diesem Block erstellten Logbucheinträge
  • Phase III: Kleinere Projekte können von den Schülerinnen und Schülern je nach Interessenlage mit den beiden Programmen bearbeitet werden.
Begabungsförderung - Förderangebote für begabte/ hochleistende Schülerinnen und Schüler

Schule kann zuweilen überfordern, sie kann aber auch unterfordern. Beides kann sich negativ auf die Leistungs- und die Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern auswirken. Es ist leicht einzusehen, dass besondere Begabungen auch besondere Förderung benötigen.

Zu den Zielen der sog. Begabungsförderung für besonders begabte sowie hochleistende Schülerinnen und Schüler an der Luisenschule gehören unter anderem die Aufrechterhaltung und Steigerung der Lernmotivation, die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit Themen und Projekten über den "unterrichtlichen Tellerrand" hinaus sowie die Individualisierung des Lerntempos.

Konkret bieten wir die folgenden Angebote:

1. Beratung

Individuelle Beratungsgespräche finden nach Bedarf sowohl mit Schülerinnen und Schülern als auch deren Eltern statt, um Perspektiven der weiteren Förderung aufzuzeigen.

2. Wettbewerbe & Sprachenzertifikate

In diversen Fächern der Luisenschule besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an Wettbewerben, wie z.B. in Mathematik am Kängugruh-Wettbewerb sowie der Mathematik-Olympiade oder in Informatik am Biber-Wettbewerb. Für spracheninteressierte Schülerinnen und Schüler besteht die Möglichkeit zur Erlangung der Sprachenzertifikate ESOL oder/und DELF.

3. Drehtürmodell

Schülerinnen und Schüler, die in einem Fach besondere Begabung zeigen, können nach Absprache mit der jeweiligen Fachlehrerin/ dem jeweiligen Fachlehrer entsprechenden Fachunterricht der nächst höheren Jahrgangsstufe besuchen.

4. Akademien

Interessierte leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können während und außerhalb der Ferien an einer Vielzahl von Akademien und Workshops teilnehmen.

Für die deutschen Juniorakademien (Jahrgänge 8/9) und die Deutschen Schülerakademien der Oberstufe (Jahrgänge 10/11/12) werden geeignete Schülerinnen und Schüler in Absprache mit den unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrern vorgeschlagen.

5. Schüler-Uni

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die über den Unterrichtsstoff hinaus eine universitäre Veranstaltung besuchen möchten, können dies im Rahmen eines Frühstudiums tun. Voraussetzung hierfür sind sehr gute schulische Leistungen und die Zustimmung durch die Fachlehrerinnen und Fachlehrer.