Unser Selbstverständnis

(Auszug aus unserem Schulleitbild)

"Wir arbeiten an einem Klima von Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung, Anerkennung, Rücksichtnahme und Freundlichkeit zusammen."

"Das Lernen organisieren wir als einen gemeinsamen Prozess der Ermutigung, die eigenen Begabungen zu erkennen und auszubauen sowie Basisqualifikationen zum Fundament für lebenslange Lernbereitschaft und -fähigkeit werden zu lassen."

Für uns bedeuten diese Sätze, dass nicht nur alle Kinder, die uns anvertraut werden, in ihrer Individualität wahrgenommen, wertgeschätzt und gemäß ihrer Stärken gefördert werden. Sie prägen darüber hinaus unser kollegiales Arbeiten und Miteinander im Schulalltag. Unser Schulleitbild hat uns bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention Orientierung gegeben. Die Luisenschule ist eine inklusive Schule, das heißt, beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder lernen gemeinsam. Wir verstehen Inklusion gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention als gesamtgesellschaftlichen Prozess, zu dem Schule einen Beitrag leisten kann und soll.

Fakten

In den Klassen 7a, 8a und 9a lernen pro Klasse ungefähr 26 Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf teilweise zusammen. In den Klasen 8a und 9a gibt es Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Sprache und/oder körperliche Entwicklung, die zieldifferent gefördert werden. Diese zieldifferente Förderung geschieht zum Beispiel durch Unterricht mit SonderpädagogInnen und durch Teilnahme an Langzeitpraktika.

Zieldifferent bedeutet, dass die Leistungen dieser Schülerinnen und Schüler nicht mit den Maßstäben des Gymnasiums gemessen werden, dass grundsätzlich andere Leistungsanforderungen gestellt werden und dass sie das Abitur nicht anstreben.

Es gibt an der Luisenschule auch Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf, die zielgleich unterrichtet werden. Das bedeutet, sie bekommen die gleichen Aufgaben und müssen die gleichen Klassenarbeiten schreiben und streben als Schulabschluss das Abitur an.

An unserer Schule gibt es zwei Sonderpädagogen. Diese unterstützen die Klassenteams der Inklusionsklassen, indem sie z.B. die zielgleichen und zieldifferenten Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf zusätzlich fördern. Hierzu gibt es an der Luisenschule zusätzliche Räume mit entsprechender Ausstattung.

Inklusion an der Luisenschule im aktuellen Schuljahr

Der Runderlass zur Neuausrichtung der Inklusion sieht vor, dass gemeinsames Lernen an Gymnasien ab dem Schuljahr 2019/2020 nur noch zielgleich stattfinden soll (vergl. Link: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsystem/Inklusion/Kontext/Eckpunkte-Inklusion/index.html).

Das heißt, dass es weiterhin Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf an Gymnasien geben wird, dass diese aber das Abitur als Bildungsabschluss anstreben. Zieldifferente Förderung an Gymnasien ist die Ausnahme.

Für die Luisenschule bedeutet dies, dass wir uns zukünftig auf die zielgleiche Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf konzentrieren werden.

Praxis

FRAGE: „Wie kann das denn gehen?“

ANTWORT: Das werden wir oft gefragt. Mittlerweile, nachdem wir Erfahrung in zwei inklusiven Klassen sammeln konnten (und immer noch sammeln!), können wir sagen: „Es funktioniert!“

Unser Ziel ist es, möglichst viel gemeinsam zu unterrichten und möglichst wenig zu trennen. Das ist zum Beispiel durch Binnendifferenzierung möglich: Alle beschäftigen sich mit dem gleichen Inhalt wie z.B. Märchen oder Bruchrechnung, bearbeiten dabei aber Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Die anwesende sonderpädagogische Lehrkraft begleitet und unterstützt die Lernprozesse aller Kinder genauso, wie der Fachlehrer/die Fachlehrerin.

Manchmal müssen wir trennen. Beispiel Englischunterricht: In der Fremdsprache ist die sprachliche Progression allein schon durch die Unterrichtssprache gerade in Klasse 5 und 6 so hoch, dass gemeinsames Lernen zwar punktuell, aber nicht kontinuierlich möglich ist.

Eine häufige Sorge der Eltern von Regelkindern: „Wird mein Kind in einer Inklusionsklasse überhaupt angemessen gefordert und gefördert?“

ANTWORT: Ja. Die so genannten Regelkinder (= Kinder ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf), die eine Inklusionsklasse besuchen, werden nicht in ihrem Lernfortschritt gebremst. Sie können, im Gegenteil, ihr Potenzial voll entfalten und so vom gemeinsamen Lernen profitieren.

Gründe
  • Die Klassen sind kleiner (ca. 25 Kinder).
  • In vielen Stunden werden die Fachlehrerinnen und Fachlehrer durch Sonderpädagogen unterstützt.
  • Auf Grund der Heterogenität der Klassenzusammensetzung finden vermehrt offene und/oder kooperative Unterrichtsformen statt, die den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, ihr Lerntempo und ihre Lernprozesse individuell mitzusteuern. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler profitieren so z.B. von Zusatzaufgaben im Rahmen eines Stationenlernens.
  • Uns Lehrkräften ist wichtig, dass sich jede Schülerin/ jeder Schüler angenommen fühlt. In den Klassen, in denen beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen, ist die Lernatmosphäre geprägt von Toleranz, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme. Diese Atmosphäre fördert das Lernen.